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| Im Reiche des s. Löwen IV |
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Im Grabe
»Sie sind ergriffen worden. Als sie die Lichter sahen, wollten sie schnell fort. Da nahmen wir sie fest!«
»Bringt sie uns!« sagte ich. »Ihr findet uns im Gange dort hinter der Thür.«
»Dürfen wir nicht hier bleiben, da wir sie nun doch haben?« fragte der Pedehr.
»Nein,« antwortete ich. »Die plötzliche Helligkeit dieses Raumes, auf den es abgesehen war, muß dem Perser, der sich bei den Pferden befindet, auffallen und ihn warnen. Schicke schnell deine Leute hinab, um auch ihn festnehmen zu lassen! Der junge Dschamiki, welcher weiß, wo der Ort liegt, mag sie führen!«
Während der Pedehr dieser Weisung folgte, wurde der Gefesselte hinausgetragen und die Thür hinter uns allen zugemacht, so daß es in der Halle nun wieder finster war. Erst jetzt fand ich Zeit, das Gesicht des Gefangenen zu betrachten. Wir hatten den Richtigen - - Ghulam el Multasim. Er lag mit geschlossenen Augen da. War er besinnungslos, oder stellte er sich nur so? Es giebt Menschen, welche zwar den Mut des gehässigen Angriffes besitzen, weil sie zu thöricht sind, die Folgen zu bedenken, und dann, wenn diese eintreten, die Augen zumachen, als ob das genüge, die wohlverdiente und unvermeidliche Strafe von sich abzuwenden. Was äußerlich dem Mute ähnlich war, ist dann in seiner eigentlichen Gestalt als Feigheit zu erkennen.
Jetzt brachte man seine beiden Genossen zu uns; auch sie waren gebunden. Sie hatten die abgelegten Kleider des Bluträchers bei sich gehabt, auch seine Pistolen. Er war nur mit dem Messer versehen gewesen. Dieses war ihm aus der Hand entfallen, als er von Kara beim Halse genommen worden war. Der Pedehr hatte es aufgehoben und zeigte es mir.
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