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| Im Reiche des s. Löwen IV |
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Im Grabe
»Nur den Titel?«
»Und darum dieser dein Blick?«
»Ja.«
»Ich verstehe dich. Geist und Wahrheit! Vielleicht hätte es besser geheißen: Geist oder Wahrheit!«
»Auch das nicht.«
»Also weder "und" noch "oder"!«
»Glaubtest du, dem Geiste, der Wahrheit durch Konjunktionen oder zufällige Konjunkturen nahetreten zu können? Indem du diesen Titel schriebst, hattest du das Werk geschrieben. Du brauchtest es gar nicht zu beginnen. Es mußte unvollendet bleiben. Aber der Geist, der sich an diese Aufgabe wagte, durfte trotz Kaiphas und Pilatus nicht von dir aufgegeben werden. Ich bin überzeugt, daß er Besseres, Edleres und Höheres erreicht hätte als alles, alles das, was hier auf diesen beschriebenen Blättern zu lesen ist. Möchte er doch nicht gestorben sein, sondern nur schlafen, um wieder erwachen zu können!«
»Ob er tot ist oder nur schläft, das wünsche ich, jetzt mit dir erfahren zu können. Ich will dir erzählen, wie er entstand und wie er von mir ging. Es wird keine lustige Geschichte sein.«
»Geschichte? Auf keinen Fall! Ist er tot, so hältst du seine Leichenrede. Gleicht er aber jenem Nichtverstorbenen, von welchem Christus sagte: unser Freund schläft, so wird es keine Erzählung, sondern eine Auferweckung sein. Da stehen wir vor der Thür des Raumes, in welchem du erzählen willst. Mir ist, als ob in mir jene Stimme klinge, welcher im Besitze des Höchsten, der da lebte, die Macht über den Tod gegeben war: Lazare, komm heraus!«
Da legte er seinen linken Arm um meine Schulter
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